EPDM Dichtungen

Dichtungen aus EPDM weisen unter anderem eine gute chemische Beständigkeit gegenüber polaren Medien und organischen sowie anorganischen Säuren und Basen auf.

EPDM Dichtungen

EPDM ist die Abkürzung für Ethylen-Propylen-Dien-(Monomer)-Kautschuk und zählt zur M-Gruppe der Kautschuke. Im Rahmen der Klassifikation der Kautschuke sind Dichtungen aus diesem Dichtungsmaterial somit den unpolaren gesättigten Kautschuken zuzuordnen. Der Werkstoff ist ein hochwertiges, gummielastisches, synthetisches Elastomer aus sehr langen, gesättigten und hochstabilen Molekülketten, den Makromolekülen Ethylen, Propylen und Dien. Weitere Handelsnamen sind zum Beispiel BUNA-AP®, KELTAN® und NORDEL®. Aufgrund der vielfältigen Eigenschaften und Beständigkeiten von EPDM kann das Dichtungsmaterial in vielen Anwendungsgebieten eingesetzt werden.

Verfügbare EPDM-Materialien bei der Rehm Dichtungen Ehlers GmbH

EPDM Dichtungsmaterial liegt uns in verschiedenen Varianten und unterschiedlichen Härtebereichen (ca. 25-80 Shore) vor. Einen Großteil davon beziehen wir vom österreichischen Hersteller Semperit. Für diesen sind wir zweitgrößter Stützpunkthändler. Semperit steht für höchste und gleichbleibende Produktqualität. Auch Nachhaltigkeit und eine gute Rückverfolgung der Materialien sind Zeichen des Unternehmens. Alle EPDM-Qualitäten von Semperit sind frei von Halogenen und Konfliktmaterialien. Sie sind zudem REACH und RoHS konform. Neben den Semperitqualitäten ist der Werkstoff auch in Importqualität und CooperStandard verfügbar.

Die Eigenschaften von EPDM als Dichtungsmaterial

Auch wenn es EPDM in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen (maßgeblich aufgrund des Ethylen- und Dien-Anteils) gibt, hat der Werkstoff eine Reihe an grundlegenden identischen Eigenschaften. Das synthetische Gummi zeichnet sich, basierend auf der gesättigten Hauptkette, durch eine sehr gute Alterungsbeständigkeit bzw. durch eine hohe Beständigkeit gegenüber Ozon, UV-Strahlungen, Hitze und Sauerstoff aus. Außerdem sind Dichtungen bzw. Flachdichtungen aus EPDM wärme- und witterungsbeständig. Darüber hinaus weist das Material eine Beständigkeit gegenüber heißen Dampf, Heißwasser sowie polare Medien, zu denen verdünnte Säuren und Laugen, Alkohole, Ketone, Salzlösungen und Silikonöle zählen, auf. Letztlich ist der hohe elektrische Widerstand im Bereich der Eigenschaften zu nennen.

In der Regel ist EPDM schwefelvernetzt, existiert allerdings auch als peroxidisch vernetzter Werkstoff. Durch die peroxidische Vernetzung wird eine deutlich höhere Temperaturbeständigkeit erreicht. Ein höherer Ethylenanteil verbessert die Kälteflexibilität und die Elastizität. Ein größerer Anteil an Dien sorgt für eine höher Vernetzungsgeschwindigkeit und -dichte sowie Festigkeit.

Ein Nachteil dieses Werkstoffes  ist die Unbeständigkeit gegenüber unpolaren Medien, wie z.B. Fetten, Mineralölen und Kraftstoffen.

Die Vorteile und Materialeigenschaften von EPDM auf einen Blick

Dichtungen und Platten aus diesem Material zeichnen sich durch folgende Vorteile aus:

  • Beständigkeit gegen Heißwasser und Dampf,
  • Gute Beständigkeit gegen polare Medien
    • gegen Alkohole und Ketone,
    • sowie gegen organische und anorganische (schwache) Säuren und Basen.
  • brand-, wärme- und witterungsbeständig,
  • beständig gegen UV-Licht und Ozon,
  • gutes Langzeitverhalten bzw. gute Alterungsbeständigkeit
  • und gute elektrische Isoliereigenschaften.

Zusammengefasst ist EPDM also gegenüber diversen chemischen, mechanischen und thermischen Belastungen widerstandsfähig. Dank der Molekülstruktur und deren Verbindungen sind Dichtungen aus diesem Material flexibel.

Die Grenzen und Nachteile von EPDM

Bei der Verwendung von Dichtungen aus EPDM sollten allerdings auch die Grenzen und Nachteile des Elastomers berücksichtigt werden. So sind Flach- bzw. Flanschdichtungen aus EPDM nicht beständig gegenüber diversen chemischen Substanzen, wie beispielsweise Kraftstoffen, Schmiermitteln oder Lösungsmitteln. Insbesondere aggressive Chemikalien bzw. Reinigungsmittel können zu Beschädigungen an der EPDM-Dichtung führen und die somit die Funktion der Dichtung beeinträchtigen. Für ölbeständige Dichtungen eignet sich das Dichtungsmaterial NBR. Darüber hinaus gelten für EPDM-Dichtungen Temperatureinschränkungen. Der Temperaturbereich des Werkstoffs liegt ca. zwischen -10°C und +140°C. Der genaue Temperaturbereich ist allerdings abhängig von der jeweiligen Zusammensetzung des Materials. Die genauen Temperaturbereiche sind auf den jeweiligen technischen Datenblättern hinterlegt. Bei höheren Temperaturanforderungen sollte im Elastomerbereich FKM oder Silikon in Betracht gezogen werden.

Abgrenzung von EPDM zu anderen Dichtungsmaterialien

Bei den Dichtungsmaterialien EPDM und NBR handelt es sich um synthetische Kautschuke, die allerdings einige Unterschiede zueinander aufweisen. Während EPDM durch die Polymerisation von Ethylen und Propylen hergestellt wird, wird NBR aus Nitrilen und Butadien erzeugt. Demnach unterscheiden sich beide Werkstoffe im Hinblick auf ihre Beständigkeiten. Dichtungen aus EPDM weisen unter anderem eine gute chemische Beständigkeit gegenüber polaren Medien und organischen sowie anorganischen Säuren und Basen auf. Zudem ist das Dichtungsmaterial beständig gegen UV-Licht und Ozon und gilt daher als witterungs- und alterungsbeständig. Die Witterungs- und Alterungsbeständigkeit stellt einen großen Unterschied zu NBR dar, da Nitril-Butadien Kautschuk diese Beständigkeit nicht aufweist. Allerdings heben sich NBR-Dichtungen vor allem durch ihre gute Beständigkeit gegenüber Kraftstoffen, Ölen und Lösungsmitteln hervor. Ein weiterer Unterschied beider Werkstoffe liegt in dem Temperatureinsatzbereich begründet. Flach- bzw. Flanschdichtungen aus EPDM können im Vergleich zu Dichtungen aus NBR in einem größeren Temperaturbereich eingesetzt werden.

Auch im Vergleich zu dem Kautschuk FKM lassen sich Unterschiede benennen. Dichtungen aus Fluorkautschuk weisen einen höheren Temperaturbereich als EPDM-Dichtungen auf. EPDM hingegen besitzt eine bessere Alterungsbeständigkeit als FKM.

Der Weg zu Ihrer Flachdichtung aus EPDM

Die vorgestellten, bei uns verfügbaren Qualitäten werden zunächst beim Wareneingang einer Qualitätskontrolle unterzogen. Erst im Anschluss nach der Freigabe wird das Dichtungsmaterial in Form von Rollen- und Plattenware am jeweiligen Lagerort eingelagert. Dadurch können wir eine gleichbleibend hohe Qualität, auch in Bezug auf das jeweilige Dichtungsmaterial, gewährleisten.

EPDM gehört zu der Gruppe an Dichtungsmaterialien, welche an all unseren Fertigungsverfahren verarbeitet werden kann. Die Auswahl des geeignetsten Fertigungsverfahrens für Ihre Flachdichtungen aus EPDM ist abhängig von der Stückzahl, der jeweiligen Kontur sowie der Dicke des Werkstoffs. An dem ausgewählten Verfahren wird die unverarbeitete Rollen- bzw. Plattenware anschließend zu der individuellen EPDM-Flachdichtung verarbeitet. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit das Rollen- bzw. Plattenmaterial vorab mit einer Selbstklebefolie auszustatten und diese anschließend, mithilfe der Fertigungsverfahren, zu Ihren selbstklebenden EPDM Dichtungen zu verarbeiten. Selbstklebende Dichtungen dienen ausschließlich als Montagehilfe, ohne dabei die Eigenschaften von EPDM zu verändern. Neben der Herstellung von Flansch- und Flachdichtungen, bieten wir auch unverarbeitete Rollen- bzw. Plattenware sowie auf Maß zugeschnittene Meterware aus EPDM zur eigenen Weiterverarbeitung an. Auch hier besteht die Möglichkeit das unsererseits das Material selbstklebend ausgestattet wird.

Nach Abschluss der Fertigung und einer erneuten Qualitätskontrolle werden die Dichtungen verpackt und an Sie versendet.

Anwendungsgebiete von EPDM Dichtungen

EPDM wird in vielen Bereichen und Branchen als Dichtungsmaterial verwendet. Das Elastomer liegt als Rollen- und Plattenware vor. Als Dichtungshersteller schneiden wir diese vorrangig zu Flachdichtungen, Streifen und Zuschnitten nach Bedarf zu.

So zum Beispiel werden im Bau, Dichtungen aus diesem Werkstoff, als Rohrdichtungen für den Bereich Trink- und Abwasser verwendet.

EPDM eignet sich hervorragend als Dichtungsmaterial diverser wasserführender Gebäudeelemente wie zum Beispiel in Wasserleitungen im Außenbereich, Dichtungen in Wasserhähnen oder Türabdichtungen. Daher bietet sich auch ein Einsatz der Flach- und Flanschdichtungen in Wasseraufbereitungsanlagen an, um Leckagen und undichte Stellen zu verhindern. Als Unterlage für Dachbegrünung eignet sich das schwarze Elastomer ebenfalls gut, da es durchwurzelungsfest ist. In der Automobilindustrie werden EPDM-Dichtungen und andere Komponenten aus diesem Material zunehmend in sicherheitsrelevanten Teilen von KFZ-Bremsen verbaut. Ein weiterer Anwendungsfall ist uns bei der Abdichtung von Kühler-, Heizungs- und Lüftungsschläuchen bekannt. Auch in der Landwirtschaft finden Dichtungen aus EPDM, begründet durch die sehr gute Alterungsbeständigkeit, in diversen Landmaschinen wie Mähdreschern oder Ernteabstreifern Anwendung.

Weitere technische Gummiprodukte umfassen den Bereich rund um das Thema Förderbänder, welches auch unter dem Punkt Transportbänder vertieft wird. Letztlich führen wir auch EPDM-Materialien mit Zulassungen für den Kontakt mit Trinkwasser und Lebensmitteln.

Der Werkstoff bietet als Dichtungsmaterial ein vielfältiges Spektrum an Anwendungsgebieten und leistet hervorragende Arbeit und sorgt für zuverlässigen Schutz.

Ob das Elastomer auch für Ihre Zwecke geeignet ist, beantworten wir Ihnen gern. Kontaktieren Sie dazu unseren Kundenservice, der Sie umfassend berät.